Feli und der Drache – Teil 2

Als er nun hörte, dass vor seiner Höhle gesungen und gelacht wurde, raste er vor Wut. Wie konnte es jemand wagen, glücklich zu sein, wenn es ihm doch so schlecht ging.

Mit einem ohrenbetäubenden Lärm flog er aus seiner Höhle, um die ungebetenen Störenfriede zu vernichten.

Mia und ihre Freunde erschraken zu tiefst und stoben davon. Nur Feli, konnte nicht wegrennen. Sie tauchte im See unter und hoffte, der Drache würde sie nicht sehen. Doch sie hoffte vergeblich. Das Wasser war jetzt kristallklar, so dass man bis auf den Grund sehen konnte.

Der Drache war zu alt, um die anderen lange zu verfolgen, aber im Teich hatte er eine Nymphe gesehen und sie sollte seine Wut zu spüren bekommen. Leise landete er am Ufer und duckte sich hinter einen Baum, der ins Wasser ragte.

Er musste nicht lange warten und Feli tauchte wieder auf.

Ohne Vorwarnung machte der Drache einen Satz auf sie zu und begann Feuer zu speien.

Im Letzten Moment, schaffte Feli es noch wieder ins Wasser zu tauchen. Flink schwamm sie unter dem Feuerstrahl her zu der Pranke des Drachen, mit der er im Wasser stand. Sie zögerte nur kurz, dann berührte sie ganz leicht einen Zeh und ließ silbernes Licht aus ihrer Hand fließen. Das Licht umschloss den Zeh und wanderte langsam weiter, die Pranke hoch.

Der Drache spie so viel Feuer, wie er konnte. Dann öffnete er die Augen wieder und sah sich nach der Nymphe um. Aber sie war verschwunden. Hatte er sie tatsächlich erwischt? Ein schwaches Gefühl von Genugtuung stieg in ihm auf.

Da spürte er ein leichtes Kribbeln an seinem Fuß. Es fühlte sich an, als ob. Ja, wie fühlte es sich an? Als ob er langsam wieder etwas fühlen würde. Ja! Er begann seine Zehen und seinen Fuß wieder richtig zu spüren. Ihm war gar nicht bewusst gewesen, das er sie nicht mehr gespürt hatte. Langsam senkte er seinen Blick und er sah, wie die kleine Nymphe sich an seinen Fuß geschmiegt hatte. Ungläubig schaute er zu ihr herunter. Was tat sie da?

Das Kribbeln stieg langsam immer weiter hoch Und mit ihm veränderte sich auch die Farbe. Die Pranke, die zuvor grau und stumpf gewesen war leuchtete jetzt in einem Smaragd grün.

Der Drache rang mit sich. Einerseits wollte er diese lästige Kreatur abschütteln, andererseits spürte er, wie gut es tat, von ihr berührt zu werden.

Doch dieses Gute Gefühl konnte noch nicht ganz zu seinem versteinerten Herzen durchdringen und so hob er seinen Fuß aus dem Wasser und versuchte sie ab zu schütteln.

Feli nahm mit entsetzen wahr, das der Drache sie aus dem Wasser zog und versuchte, sie weg zu schleudern. Krampfhaft, hielt sie sich an ihm fest und ließ weiterhin ihre Liebe Fließen. Sie konnte und wollte nicht aufgeben. Dieser Drache brauchte ihre Hilfe. Sie konnte förmlich seinen Hilfeschrei hören, auch wenn ihm das anscheinend selber nicht bewusst war. Außerdem wusste sie, wenn sie jetzt los ließe, war sie verloren.

Als der Drache merkte, dass die Nymphe sich nicht abschütteln ließ, öffnete er sein riesiges Maul und versuchte Feli zu verschlingen. Da ließ Feli sich in den See fallen. Flink tauchte sie zur tiefsten stelle und schaute sich nach dem Drachen um. Sie wusste, dass Drachen gute Taucher waren und sie würde ihm nicht lange entkommen können. Nur noch ein Wunder konnte sie jetzt retten.

Sie brauchte nicht lange warten, da kam der Drache ins Wasser gestürzt. Die Nymphe wartete bis zum letzten Moment und wich ihm dann geschickt aus. Aufgrund seiner Größe war der Drache nicht so wendig und Feli gelang es immer wieder ihm aus zu weichen.

Doch langsam wurde sie müde und nur um Haaresbreite konnte sie seinen Angriffen ausweichen.

Sie war schon kurz davor, auf zu geben, da sah sie, dass der Drache langsam seine Farbe wechselte. Das Grau war fast komplett verschwunden und ein Strahlendes Grün kam zum Vorschein.

„Warum willst du mich töten? Ich habe dir nichts getan!“ Rief Feli, so laut sie konnte. Der Drache hielt kurz inne. Warum sprach sie denn vom Töten? Sie tollten doch nur zusammen im Wasser herum. Oder nicht. Wie kam er überhaupt ins Wasser? Und warum fühlte sich auf einmal alles so anders an?

Er fühlte sich leicht und frei und lebendig!

Kraftvoll stieß er sich vom Grund ab und flog hoch in die Luft. Wie herrlich war es, den Wind zu spüren. Wann hatte er das zu letzt empfunden? Wann hatte er überhaupt was empfunden. Ihm kam es vor, als hätte er Jahrzehnte lang geschlafen.

Was war passiert? Er erinnerte sich nicht mehr. Doch! Da war diese Kleine Nymphe gewesen, sie hatte sein Herz berührt und ihm sein Gefühl wieder gebracht.

Da unten im See schwamm sie und da waren auch einige Zwerge und Elfen. Die hatte er doch eben auch gesehen. Langsam glitt er ans Ufer und schaute sich um. Erinnerungen kamen wieder und diese waren nicht all zu schön. Ja, er hatte lange geschlafen und eine andere Macht hatte sich seiner bemächtigt. Und er hatte es zugelassen, dass der Hass und der Schmerz ihn vergifteten. Wäre diese kleine mutige Nymphe nicht gewesen, er wäre wohl niemals erwacht.

Fortsetzung folgt – ganz bald

Eure Yona ♥

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