Guten Rutsch & Ritter Balduin und der Drache! – Teil 5

Yonas Atelier wünscht allen Lieben

einen guten Rutsch ins neue Jahr


Geniesst die Wartezeit bis zur Silvesternacht mit dem 5. und letzten Teil meiner Geschichte vom Ritter Balduin und seinem Drachenfreund…..


„Am besten ist es, wenn wir im Morgengrauen ankommen. Dann schlafen die meisten noch und es gibt keinen Aufruhr. Gibt es in der Burg eine Stelle, wo ich gut landen kann und nicht so leicht gesehen werden kann?“ fragte der Drache und Balduin dachte angestrengt nach. „Bei deiner Größe ist das etwas schwierig, aber vielleicht kannst du auf dem Ostturm landen. Dort wohnt niemand und er ist von der Stadt aus nicht so gut zu sehen. Dort könntest du mich absetzen. Soweit ich weiß ist der Turm nicht verschlossen und ich kann von da aus in den Hof gelangen. Dann werde ich dafür sorgen, dass keiner in Panik gerät, wenn du im Hof landest.“

„Gut, dann wäre das geklärt. Lass uns noch einen Moment verschnaufen und dann stürzen wir uns ins Abenteuer.“ „Wir befinden uns doch schon längst in einem Abenteuer. Und was für einem!“ Rief Balduin aus. „Sag mal Grrraaan, wieso hat Das Drachenblut eigentlich so eine heilende Wirkung?“ „Es ist nicht das Drachenblut an sich, das die Heilung bringt. Das Blut ist nur der Trägerstoff. Wir lassen Energie in das Blut fließen. Energie von der Sonne, dem Wind, dem Himmel und der Erde, die wir in uns gespeichert haben. Diese Energie macht unser Blut so wertvoll! Deshalb muss das Blut auch frisch sein und freiwillig von einem Drachen gegeben werden.“

„Wenn ich dich getötet hätte, dann wäre dein Blut also völlig wertlos gewesen!“ „Ja, aber wie hättest du mich denn mit deinem Zahnstocher töten können? Wenn du nicht die Drachensprache beherrscht hättest, hätte ich dich verspeist. Obwohl ich bezweifle, dass du mir geschmeckt hättest.“ „Ja, das war wirklich Glück! Ich habe die ganze Zeit Überlegt, wie es sein kann, dass wir uns verständigen können. Könnte es an diesem Stein hier liegen?“ Balduin zog den Stein, den er von der Alten Nehle bekommen hatte aus seinem Wams und zeigt ihn dem Drachen. „Er soll früher einmal einem Eremiten gehört haben, der mit den Drachen sprechen konnte.“

Neugierig getrachtete und beschnüffelte Grrraaan den Stein. „Ja, du hast Recht. Dieser Stein, besitzt magische Kräfte. Pass gut auf ihn auf!“ Jetzt wo Balduin den Wert des Steines kannte, steckte er ihn nicht mehr achtlos in seinen Wams sondern verstaute ihn sorgfältig in einem kleinen Beutel, den er an seinem Gürtel befestigte. „Sag mal Grrraaan, hast du eigentlich nie Hunger? Ich habe dich nicht einmal essen sehen.“ „Wir Drachen ernähren uns hauptsächlich von Licht. Die Sonne lädt unsere Energiespeicher auf und wenn wir uns nicht allzu sehr verausgaben, können wir ohne andere Nahrung auskommen. Nur, wenn wir uns sehr anstrengen, brauchen wir Fleisch.“

Die Sonne war noch nicht aufgegangen, da landete Grrraaan mit Balduin auf dem Ostturm. Es war eine recht unsanfte Landung, bei der Balduin etwas am Hals des Drachen hoch rutschte. Und da passierte es. Durch die scharfen Schuppen des Drachen riss der Lederriemen, an dem der Beutel mit dem Drachenstein befestigt war und viel in den Burggraben. Balduin war so damit beschäftigt, nicht runter zu fallen, dass er seinen Verlust gar nicht bemerkte. Erleichtert stieg er von Grrraaan ab und sagte ihm, er solle hier warten, bis er ihn rufe. Balduin war so aufgeregt, dass er gar nicht bemerkte, dass der Drache nicht mehr mit ihm redete, sondern nur ein Knurren von sich gab. Eilenden Schrittes lief er die Treppen runter und stürmte auf den ersten Wachtposten zu, den er erblickte. Der Wächter schreckte hoch, denn er hatte unerlaubter weise geschlafen.

Es dauerte einige Zeit, bis der Wachtposten verstand, wovon dieser ungepflegte, nach Schweiß und noch etwas anderem, ihm unbekannten, stinkende Ritter von ihm wollte. Widerwillig ließ er den König rufen. Verschlafen und ungehalten darüber, dass er so früh geweckt wurde kam König Nepumuck auf den Hof. „Seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen Ritter … “ „Balduin, mein König“ „Also Ritter Balduin. Was kann es denn so wichtiges geben, dass nicht bis nach dem Frühstück Zeit hätte?“ „Das Leben eurer Tochter! Mein König.“ Sagte Balduin und versuchte dabei möglichst selbstsicher zu klingen. Der König schaute Balduin jetzt hellwach an. Für seine Tochter war er bereit alles in Kauf zu nehmen. Also hörte er sich an, was Balduin zu sagen hatte und schaute anschließend zum Ostturm hoch. „Kannst du deinem Drachen sagen, dass er sich zeigen soll? Ich glaube dir erst, wenn ich ihn mit eigenen Augen gesehen habe.“

Balduin rief ihn. Aber nichts geschah. Wieder rief er, aber jetzt lauter. Noch immer nichts. Der König fing langsam an, sauer zu werden. „Wenn das ein Scherz sein soll, dann ist das ein sehr übler Scherz, für den du teuer bezahlen wirst!“ „Das ist kein Scherz!“ Rief Balduin verzweifelt aus. „Wartet hier, ich laufe hoch und werde ihn holen!“ „Na gut. Ich gebe dir noch fünf Minuten. Wenn ich bis dann noch keinen Drachen gesehen habe, rufe ich die Wachen.“ So schnell ihn seine Beine Tragen konnten lief er wieder den Turm hinauf. Was war nur los? Warum kam Grrraaan nicht?“

Oben angekommen, wurde er mit einem lauten Fauchen begrüßt. Balduin trat erschrocken einen Schritt zurück. „Was ist los Grrraaan? Warum fauchst du mich an?“ Aber er bekam keine Antwort. Auch der Drache war verwirrt. Der Ritter sprach auf einmal in einer Sprache, die er nicht verstand. Da bemerkte er, dass das Säckchen mit dem Stein fehlte. Erschrocken deutete Grrraaan mit seiner riesigen Pranke auf Balduins Gürtel. Balduin verstand die Geste nicht und machte einen Satz zurück. Das Fauchen und die Ruckartige Bewegung ängstigten ihn. Irgendetwas war schief gegangen, aber er wusste nicht was. Dann bemerkte auch er, dass der Stein weg war und ihm wurde schlagartig alles klar. Tränen stiegen ihm in die Augen. Wie sollte er sich denn jetzt mit diesem riesigen Drachen verständigen? Schon hörte er die Schritte der Wachen! Was nun? Hatte der König ihnen die Geschichte von dem Drachen erzählt, oder würden sie ganz unvorbereitet dem Drachen gegenüber stehen und ihn als Gefahr und nicht als Freund wahrnehmen? Er musste sie aufhalten und ihnen alles erklären.

So schnell es ging lief er den Wachen entgegen. „Halt! Geht nicht weiter hoch, Grrraaan ist ein friedlicher Drache, der..“ Weiter kam er nicht. Einer der Wachen hatte ihn nämlich gepackt und schrie ihn an: „Da haben wir dich ja, Bürschchen!“ Im gleichen Moment schrie ein anderer Wache auf: „Ein Drache!“ Langsam gingen die Wachen auf den Drachen zu. Grrraaan hatte sich erhoben und blickte die Wachen argwöhnisch an. Rauch Quoll aus seinen Nüstern. „Tut ihm nichts! “Rief Balduin verzweifelt. Doch niemand achtete mehr auf ihn. Die Wachen versuchten den Drachen einzukreisen, aber Grrraaan war auf der Hut und wich weiter zurück und als Warnung blies er einen Feuerschwall aus seinem Mund. Wieder rief Balduin: „Lasst den Drachen in Ruhe, er ist hier um…“ Aber Balduin wurde grob weggestoßen. Balduin war verzweifelt. Er hatte nicht wirklich Angst um Grrraaan. Die Wachen waren für ihn keine wirkliche Gefahr, aber die Wachen würden einen Angriff gegen ihn nicht überleben und dann würde die Drachenjagt wieder beginnen.

Bei diesem Gedanken krampfte sich sein Herz zusammen und er dachte. „Fliehe Grrraaan!“ Als ob der Drache ihn verstanden hätte, stieß er sich ab und flog hoch. Immer höher schraubte er sich in die Luft, bis er nur noch ganz klein zu erkennen war. Balduin spürte Verwirrung und Zorn. Aber diese Gefühle kamen nicht von ihm. Und plötzlich hörte er eine Stimme in seinem Kopf. „Was soll das?“ Konnte das sein? Das war Grrraaan, der da sprach! „Grrraaan! Ich kann dich in meinem Kopf hören! Ich habe den Stein verloren, aber ich höre dich in meinem Kopf!“ „Ich kann dich auch hören!“ „Wie kann das sein?“ Fragte Balduin verwirrt. „Ich glaube, dass wir uns über unsere Herzen verständigen können? Der Stein ist wertvoll, weil er eine starke Macht besitzt, aber du brauchst ihn nicht mehr, um mit mir zu reden!

Was ist los, warum greifen die mich an? Was hast du denen erzählt?“ „Alles ist schief gelaufen. Der König glaubt mir nicht, weil du dich nicht gezeigt hast, als ich dich rief. Er gab mir fünf Minuten Zeit. Als du danach noch nicht zu sehen warst, hat er mir die Wachen hinterher geschickt. Die wissen nichts von dir und halten dich für ein Monster.“ „Na dann sieh mal zu, wie du das wieder in Ordnung bringst. Ruf mich, wenn du Hilfe brauchst. Aber denk daran, dass du aus deinem Herzen heraus sprechen musst, damit ich dich verstehe!“ Mittlerweile hatte sich der erste Schreck wieder gelegt und den Wachen viel ihr eigentlicher Auftrag wieder ein. Noch bevor Balduin sich aufrappeln konnte hatten sie ihn gepackt. Unsanft wurde er die Treppen hinunter geschleift. Balduin hoffte, dass der König noch draußen war und den Drachen gesehen hatte. Doch zu seinem Unglück war er nicht mehr dort und so wurde Balduin in einen Kerker gesperrt.

Als der König Nepumuck erfuhr, dass dort oben auf dem Turm ein Drache gesessen hatte ließ er sofort den gefangenen Ritter holen. „Du hast war gesprochen mein Sohn und ich habe dir nicht geglaubt. Verzeih mir bitte. Bist du und dein Drache trotzdem noch bereit, meiner Tochter zu helfen?“ „Ja, mein König“ Sagte Balduin erleichtert. „Gut, dann sag mir, was zu tun ist.“ Einige Minuten später lag Prinzessin Seraphina auf einer Bahre im Hof, umringt von ihrer Familie und der Heilerin. Balduin rief den Drachen und diesmal musste er gar nicht lange warten, bis Grrraaan zum Vorschein kam. Als er geschmeidig auf dem Hof landete, ging ein Raunen durch die Anwesenden. So ein großes Wesen hatte noch keiner von ihnen gesehen.

Langsam, darauf bedacht die Menschen nicht zu sehr zu ängstigen ging Grrraaan auf die Bahre zu. Angekommen neigte er seinen Kopf über die Sterbenskranke und schnüffelte. Dann hob er seine Pranken und schnitt sich mit seinen scharfen Krallen in den Unterarm und hielt ihn dicht an den Mund der Prinzessin. Ein dicker Blutstropfen löste sich und tropfte ihr auf die blassen Lippen. Alle hielten gespannt den Atem an. Es dauerte nur einen kleinen Augenblick, doch dann bekam sie langsam wieder Farbe und ihre Augen begannen zu flackern. Die Königin beugt sich zu ihr hinunter und streichelte zärtlich ihre Wangen. „Seraphina, mein kleiner Schatz. Kannst du mich hören?“ Und tatsächlich sie öffnete die Augen und schaute ihre Mutter fragend an. „Was ist los und wo bin ich?“ Überglücklich nahm die Königin ihre Tochter in den Arm und schluchzte vor Erleichterung. Auch der König und ihre Schwestern drängten sich dicht an die genesene Prinzessin und lachten und weinten gleichzeitig!

Vor lauter Freude hatten sie Balduin und den Drachen total vergessen. Sie standen ein wenig abseits und betrachteten das geschehen mit Erleichterung. „Ich glaube, für uns gibt es hier vorerst nichts mehr zu tun. Lass uns ein ruhiges Plätzchen suchen und eine Runde schlafen.“ Dagegen hatte Balduin nichts einzuwenden. Erst jetzt merkte er, wie müde er eigentlich war. Also kletterte er auf den Hals seines Freundes, als eine laute Stimme ihn zurückhielt. „Wo wollt ihr hin meine Freunde? Ihr könnt doch nicht einfach wegfliegen, bevor ich euch gedankt habe!“ Verlegen drehte Balduin sich zum König um und sagte: „Wir haben seit Tagen kaum geschlafen und müssen uns dringend ausruhen.“

„Das kann ich gut verstehen.“ Sagte König Nepumuck „Ich weiß zwar nicht wie die Schlafgewohnheiten eines Drachen sind, aber wir werden alles tun, um es ihm so bequem wie möglich zu machen. Und für dich lasse ich ein Zimmer herrichten.“ Also stieg Balduin wieder ab. Froh darüber nicht schon wieder fliegen und auf hartem Boden schlafen zu müssen. Für Grrraaan wurde der Hof mit Stroh ausgelegt und Balduin bekam ein wunderschönes fürstliches Zimmer. Die Wachen wurden angewiesen, niemanden in den Hof zu lassen, damit der Schlaf des Drachen nicht gestört wurde. Grrraaan rollte sich auf dem Stroh zusammen und seufzte behaglich. So bequem hatte er schon ewig nicht mehr geschlafen. Auch Balduin streckte sich in seinem Bett aus. Eigentlich erwartete er, sofort ein zu schlafen, aber er konnte nicht. Irgendwas fehlte. Nachdem er sich einige Zeit hin und her gewälzt hatte wurde ihm klar, was es war.

Also stand er wieder auf und ging in den Hof. Er überlegte, ob er Grrraaan wecken sollte, da vernahm er seine Stimme: „Na mein Kleiner, ich habe mich schon gewundert, wo du so lange bleibst.“ Erstaunt fragte Balduin: „Woher wusstest du, das ich kommen würde?“ „Wir gehören doch jetzt zusammen!“ Sprach der Drache hob seinen Flügel hoch und Balduin schlüpfte glücklich darunter. Es dauerte keine Minute, da waren sie schon eingeschlafen.

Jetzt werdet ihr sicher sagen: „In Wirklichkeit gibt es aber doch gar keine Drachen!“

Seid ihr euch da so sicher? Natürlich gibt es keine Drachen wie es Hunde oder Katzen gibt. Drachen sind körperlos. Sie bestehen aus reiner Energie und jeder kann sie auf seine eigene Art wahrnehmen. Die einen spüren ihre Energie, die Anderen sehen eine Farbe und wieder andere können sie vor ihrem inneren Auge sehen. Ihr müsst nur dazu bereit sein! Wenn ihr sie um Hilfe bittet, dann kommen sie und sind für euch da. Nur muss das in Liebe geschehen und vergesst nicht, euch bei ihnen zu bedanken, denn es sind stolze Wesen, die gewertschätzt werden wollen!

• ENDE •

Eure Yona ♥

Yonas Atelier wünscht Frohe Weihnachten

Hallo ihr Lieben,

ich möchte diesen Heiligen Abend nutzen, mich bei euch zu bedanken.

Danke dafür, dass ihr mir geholfen habt, meine Homepage und meine Facebook Seite „Yonas Atelier“ in so kurzer Zeit so beliebt und bekannt zu machen! Danke, für die tollen Kommentare und die vielen Likes!

Danke für euer Vertrauen – für die Bilder, die ihr gekauft habt und für eure Auftragsarbeiten, die ich mit Freude erstellt habe!

Danke einfach dafür, dass ihr da seid!

Ich wünsche euch eine wunderschöne, friedvolle, freudige Weihnachtszeit!

Eure Yona ♥

Ritter Balduin und der Drache! – Teil 4

„Bitte, bitte Drache tu mir nichts!“ wimmerte Balduin.

Der Drache, der sich von seinem Hustenanfall wieder erholt hatte, senkte seinen Kopf und schaute den Ritter argwöhnisch mit seinem großen Auge an. „Wieso sollte ich dich verschonen und warum sprichst du meine Sprache?“ „Ich? Ich spreche doch die ganz normale Menschensprache. Aber warum kannst du denn sprechen?“ „Nein, die Menschensprache kenne ich. Du aber sprichst in Drachensprache. Von wem hast du sie gelernt?“ Erwiderte der Drache. „Von niemandem! Wenn ich die Drachensprache sprechen würde, wüsste ich das ja wohl!“ Sagte Balduin, der seine Angst ganz vergessen hatte.

„Warum streite ich mich eigentlich mit so einem Knirps wie dir? Verrate mir lieber, warum ich dich verschonen soll. Dann kann ich dich endlich verspeisen.“ Fauchte der Drache und leckte sich dabei seine Krallen. „Warum du mich leben lassen sollst? Weil ich Prinzessin Serafinas Leben retten muss. Dafür brauche ich Drachenblut. Das ist das einzige, was noch hilft hat die Heilerin gesagt. Falls es nicht schon zu spät ist!“ „Oh je. Dann muss es ja wirklich schlimm um sie stehen.“ Erwiderte der Drache mitfühlend. „Aber das ist doch kein Grund, sich heimlich an zu schleichen und mich mit dem Zahnstocher zu kitzeln.“   „Ja, wie soll ich denn sonst an Drachenblut kommen? Außerdem hast du mein Pferd gefressen. Sie war meine beste Freundin. So ein tolles Pferd finde ich bestimmt nie wieder!“ Antwortete der Ritter Wahrheitsgemäß. „Dein Pferd habe ich nur etwas erschreckt. Eigentlich wollte ich dich erschrecken, aber du warst ja nicht mehr da. Das habe ich aber erst später gemerkt. Nachdem dein Pferd den Berg hinunter geflohen ist.“ Sagte der Drache mit einem verschmitzten Lächeln.

„Dann lebt Gundula also! Hoffentlich hat sie sich bei ihrer Flucht nicht verletzt!“ rief Balduin voller Hoffnung. „Bis zu dem Moment, als du mich angreifen wolltest ging es ihr noch recht gut. Ich habe sie nämlich von oben aus beobachtet. So, jetzt zu deiner Prinzessin. Ist sie es Wert, dass du für sie ihr Leben riskierst? “ Ohne nach zu denken, antwortete Balduin mit: „Ja“ „Und wo lebt sie?“ Fragte der Drache. „Einige Tagesritte von hier Richtung Osten, auf der Burg Friedenstor“. Ohne jede Vorwarnung packte der Drache den Ritter mit seinen Krallen, stieß sich vom Fels ab und flog los. Erschrocken schrie Balduin auf. „Aahhhhh. Lass mich los! Ich dachte, wir sind jetzt Freunde!“ „Ich glaube, du willst nicht wirklich, dass ich dich jetzt los lasse. Oder? Schau doch mal runter!“ Rief der Drache dem Ritter zu und lachte Laut auf.

Mit weit aufgerissenen Augen sah Balduin nach unten und er wusste nicht mehr, ob er lieber in den Tod stürzen oder vom Drachen gegrillt und gefressen werden wollte. Der Flug wollte und wollte kein Ende nehmen und Balduin fror erbärmlich. Hier oben über den Wolken war die Luft viel kälter und der Flugwind tat sein übriges dazu. Nach ca. 2 Stunden landeten sie auf einer Lichtung. Sanft setzte der Drache den Ritter ab und setzte sich neben ihn. „Was hast du vor? Willst du mich erfrieren lassen, damit du mich anschließend als Eiszapfen aufschlecken kannst?“ Fragte Balduin am ganzen Körper zitternd. „Tut mir leid.“ Brummte der Drache schuldbewusst. „Ich habe nicht bedacht, dass Menschen eine so dünne Haut haben.“ Mit seinem Schwanz holte er einige morsche Äste und Zweige heran und setzte sie in Brand. „Hier, wärme dich einen Moment auf. Bevor es weiter geht.“ „Bevor es weiter geht?“ Fragte Balduin entsetzt. „Du willst doch nicht etwa noch mal mit mir fliegen?“ „Natürlich! Wenn wir zu fuß gehen, kommen wir garantiert zu spät. Außerdem ist es besser, wenn ich möglichst nicht gesehen werde. Wir würden zu viel Aufregung verursachen.“

„Du willst mir also helfen, die Prinzessin zu retten, obwohl ich versucht habe, dich zu töten? Du bist wahrhaft ein edles Wesen. Jetzt bin ich froh, dass ich es nicht geschafft habe, dich zu überrumpeln!“ Rief Balduin voller Inbrunst und umarmte den Hals des Drachen. Es waren nur einige Minuten vergangen, da drängte Balduin zum Aufbruch. „Nanu! Eben wolltest du nicht mehr fliegen und jetzt kannst du es gar nicht mehr abwarten, in die Luft zu kommen.“ Lachte der Drache. „Na komm. Steig auf meinen Rücken. Dort ist es mit Sicherheit bequemer und wenn du dich eng an mich schmiegst bekommst du auch nicht so viel Wind ab.“ Ungeschickt stieg Balduin auf den Rücken seines neuen Freundes und hielt sich an einem Halsstachel fest. Kaum saß er richtig, da ging es schon los. Mit den Hinterbeinen drückte sich der Drache kräftig ab und erhob sich in die Luft. Balduin hielt sich krampfhaft fest und hielt die Luft an. Immer höher hinauf ging es und der Wald war bald nur noch ein kleiner Punkt hinter ihnen. Langsam entspannte sich Balduin etwas und er sah fasziniert zu, wie die Landschaft unter ihnen sich veränderte. Sie flogen über kleine Berge, an einem großen Fluss vorbei und immer wieder über große Grasflächen. Um vereinzelte Dörfer machte der Drache, einen großen Bogen. Er wollte nicht Gefahr laufen, entdeckt zu werden und für Aufruhr sorgen.

Auf dem Rücken der Riesenechse war es nicht ganz so kalt, wie in seinen Klauen, aber trotzdem fror der Ritter erbärmlich. So kam es, dass er bei einer Rechtskurve, die der Drache beschrieb, um einem Dorf auszuweichen, welches plötzlich hinter einer Bergkuppe auftauchte, den Halt verlor. Seine steif gefrorenen Finger lösten sich unweigerlich von dem Stachel und er rutschte vom Hals herunter.

Der Drache, der spürte, dass Balduin rutschte, legte sich in eine Linkskurve, aber es war zu spät. Wie ein Blitz stürzte er sich nach unten und bekam Balduin einige Meter vor dem Boden zu fassen. Mit aller Kraft bremste er den Sturzflug ab. Es fehlte nicht mehr viel und sie hätten eine schmerzhafte Bruchlandung hingelegt, aber der Drache konnte sich im letzten Moment fangen und mit einigen starken Flügelschlägen gewannen sie wieder an Höhe. Hinter der nächsten Bergkuppe landete Der Drache und setzte Balduin ab. Sanft stupste er den Ritter mit einer Nase an. „Hey, Balduin. Was ist los mit dir? Geht es dir gut?“ Balduin hatte bei dem Sturz kurzfristig das Bewusstsein verloren und kam gerade erst wieder zu sich. „Ahhh? Bei mir dreht sich alles und mir ist schlecht! Außerdem friere ich.“ Stöhnte er erbärmlich.

„Hier gibt es nichts, was ich in Brand setzen könnte, außerdem ist im Tal ein Dorf und ich möchte sie nur ungern auf uns aufmerksam machen. Aber ich decke dich mit meinem Flügel zu. Das wird dich etwas wärmen. Ruh dich aus. Wenn es dunkel wird, werden wir zu dem Fluss dahinten fliegen und unseren Durst löschen.“ Es dauerte einige Zeit, bis die Wärme in seine Glieder zog und er viel in einen unruhigen Schlaf. Zwei Stunden später weckte der Drache Balduin. „Hey, mein kleiner Freund. Es ist Zeit, auf zu brechen. Ich habe Durst und außerdem sollten wir die Dunkelheit nützen, dann müssen wir nicht so hoch fliegen.“ Balduin fühlte sich wie gerädert und hätte sich am liebsten nicht gerührt, aber der Durst zwang ihn schließlich doch dazu, auf zu stehen. „Schaffst du es, auf meinen Rücken zu steigen, oder soll ich dich in meinen Klauen halten?“ Fragte der Drache besorgt. „Ich versuche auf zu steigen.“ Stöhnte Balduin und zog sich mühsam auf den Drachen. Er brauchte drei Versuche, bis er endlich saß.

Vorsichtig und dicht am Boden entlang flogen sie bis zum Ufer des Flusses. Dort ließ er seinen kleinen Freund wieder absteigen. Balduin stolperte kraftlos zum Wasser, legte sich auf den Bauch und schöpfte mit den Händen das Wasser. Ihm war, als hätte er nie etwas Besseres getrunken. Nachdem er seinen Durst gelöscht hatte, wäre er fast wieder eingeschlafen, aber eine große, kalte Nase stupste ihn an und vereitelte das. „Nicht einschlafen Balduin. Das Gebiet hier ist dichter besiedelt und wir müssen die Nacht zum Fliegen nützen.“ Also stieg Balduin wieder auf den Rücken des Drachen, legte seinen Kopf an den Hals und schlang seine Arme um ihn. „OK! Es kann losgehen!“ Dachte Balduin eher, als dass er es aussprach. Aber der Drache schien ihn verstanden zu haben. Vorsichtig hob er ab, beschrieb eine weite sanfte kurve, und flog weiter.

Sie waren noch nicht lange geflogen, da döste der Ritter schön wieder ein. Er wachte immer wieder kurz auf und meinte eine Stimme in seinem Kopf zu hören. Sobald er aber wach wurde konnte er sich nicht mehr so genau daran erinnern. So ging es die ganze Nacht lang. Am frühen Morgen steuerte der Drache einen Wald an, kreiste kurz und flog dann runter auf eine Lichtung. Bevor er aber nach unten flog rief er Balduin zu: „Halt dich fest. Wir landen!“ Ohne richtig wach zu werden klammerte sich Balduin an dem Hals des Drachen fest und schon ging es abwärts. „Hier sollten wir sicher sein. Lass uns etwas schlafen.“ Sprach der Drache, rollte sich zusammen, legte seinen Flügel schützend über Balduin und war sofort eingeschlafen. Auch Balduin, der sich an den Drachen schmiegte, schlief sofort ein.

Einige Stunden später erwachte Balduin, weil sein Magen knurrte. Die Sonne schien durch die dünne Haut des Flügels und Balduin fragte sich, wie spät es wohl sei. Um den Drachen nicht auf zu wecken hob Balduin vorsichtig den Flügel an und schlüpfte darunter hervor. Nachdem er sich etwas umgesehen hatte, fand der Ritter einige Pilze und Beeren, die er sich sofort in den Mund steckte. Es schmeckte köstlich! Nachdem er die umliegenden Sträucher geplündert hatte, ging er weiter in den Wald hinein und fand weitere Sträucher. Außerdem hörte er ein leises Plätschern. Er folgte dem Geräusch und gelangte schließlich an einen kleinen Bach! Nachdem Balduin seinen Durst gestillt hatte wusch er sich in dem Klaren Wasser die Hände und das Gesicht. Für mehr reichte das kleine Rinnsal leider nicht. So gerne hätte er sich mal wieder gründlich gewaschen. Als er gerade fertig war hörte er ein Knacken hinter sich und jemand sprach zu ihm: Lass mir auch noch was über, kleiner. Meine Kehle ist ganz trocken.“ Der riesige Kopf des Drachen bahnte sich einen Weg durch das Gestrüpp und er begann, laut schlürfend zu trinken.

Zurück an der Lichtung fragte Balduin: „Sag mal, haben Drachen eigentlich einen Namen?“ Verwundert blickte ihn der Drache an. „Natürlich haben wir Namen. Wir sind ja schließlich Drachen und keine wilden Tiere!“ „Und wie lautet dein Name?“ „Ich heiße Grrraaan!“ Erwiderte der Drache. „Grrraaan. Der Name passt. Er klingt nach was Großem, Mächtigem! Ich heiße übrigens Balduin.“ „Balduin! Der Name klingt freundlich. Hat der Name auch eine Bedeutung?“ Fragte der Drache „Nein, meine Mutter war als junge Frau verrückt nach einem berühmten Barden, der so hieß. Deshalb erhielt ich diesen Namen. Ich glaube mein Vater war nicht sehr begeistert davon!“ „Bei uns haben die Namen immer eine Bedeutung. Wir bekommen sie nicht von unseren Eltern, sondern sie sind einfach da!“ „Das verstehe ich nicht. Wie können sie denn einfach da sein? Irgendjemand muss euch doch den Namen geben.“ „Der Wind trägt den Namen zu uns. Die einen erhalten ihn sofort nach dem sie geschlüpft sind. Andere müssen Jahre darauf warten.“ „Hast du lange auf deinen Namen Warten müssen?“ Fragte Balduin. „Nein. Meinen Namen hatte ich von Anfang an. Er bedeutet, der Letzte! Es ist eine große Bürde, ihn zu tragen. Wenn ich sterbe, dann gibt es hier in diesem Land keine Drachen mehr.“

Eine Weile herrschte betretenes Schweigen, dann fragte Balduin: „Wie mag es Gundula, meinem Pferd wohl gehen? Ob sie es geschafft hat, den Berg wieder runter zu kommen? Hoffentlich geht es ihr gut!“ „Als wir vom Berg weggeflogen sind, ging es ihr noch gut. Ich habe gesehen, wie sie den schmalen Pfad runter lief. Sie ist bestimmt irgendwo am Fuße des Berges uns genießt das gute Graß. Und wenn die Bewohner von Feenhain sie finden, werden sie sich um sie kümmern. Da kannst du dich drauf verlassen.“

Wieder herrschte für einige Zeit Schweigen und wieder brach Balduin es als erster. „Kennst du die Leute, die dort leben? Ich habe noch nie ein Dorf wie dieses erlebt. Ich glaube, dort gibt es Elfen und Feen.“ „Du bist der erste Mensch, zu dem ich wirklich Kontakt habe. Ich habe diese Menschen immer nur von weitem gesehen. Aber sie sind wirklich anders, als anderswo. Sie leben mit ihrer Umwelt im Einklang. Die Tiere, die sie halten, sind freiwollig bei ihnen und für jede Pflanze, die sie pflücken bedanken sie sich. Außerdem sind sie alle Heiler und Priester. Vielleicht ist dir auch aufgefallen, dass es dort nur alte Menschen gibt. Tatsächlich sind sie aber noch viel älter, als sie aussehen. Wie alt genau sie sind, weiß ich auch nicht, aber einige gab es schon als ich gerade geschlüpft bin.“ „Und wie lange ist das jetzt her?“ Fragte Balduin neugierig. „Hmmmm“ Der Drache kratzte sich nachdenklich. „Also das ist jetzt… Tja, wie lange ist das jetzt schon her? Es muss jetzt über 200 Jahre her sein.“

„Was?“ rief Balduin aus. So alt kann doch kein normaler Mensch werden!“ „Nein, ein Normaler Mensch wohl nicht. Aber das sind ja auch keine normalen Menschen. Sie haben eine starke Bindung zu den Naturwesen, wie den Elfen und Feen, die dort im Wald leben und ich glaube, das ist der Grund, warum sie so alt werden“ Bis zum Abend blieben Grrraaan und Balduin im Wald. Dann machten sie sich auf den Weg zur Burg Friedenstor. Wieder fror Balduin, aber er hielt tapfer durch. Nachdem sie die halbe Nacht geflogen waren, landete Grrraaan. „Kommt dir die Gegend langsam bekannt vor?“ Fragte der Drache. „Es ist zu dunkel um wirklich etwas erkennen zu können. Aber das da hinten am Horizont könnte tatsächlich die Burg Friedenstor sein.“ Erwiderte Balduin und blickte angestrengt zu der Stadt.

Grrraaan hatte es sich bequem gemacht und schaute Balduin fragend an. „So mein kleiner Freund, wir sind jetzt bald da. Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wie du mich zur Prinzessin kriegen willst, ohne die Stadt in Panik zu versetzen.“ Balduin drehte sich zu Grrraaan um und schaute ihn an. „Ääähhhh. Daran habe ich noch gar nicht gedacht.“ gab Balduin etwas verlegen zu….

(Fortsetzung folgt)

Eure Yona ♥

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Eure Yona ♥

Ritter Balduin und der Drache! – Teil 3

Müde wandte er sich zum Gehen um, da bemerkte er aus den Augenwinkeln heraus eine Bewegung am Eingang des Stalls. Was war das? Vorsichtig ging er zum Ausgang und lugte um die Ecke. Nichts! Doch! Da am Waldrand! Wieder nur aus den Augenwinkeln hatte er etwas leuchten sehen. Er ging auf die Stelle zu, aber es war nichts zu sehen. Vielleicht war es ja ein Glühwürmchen. Versuchte er sich ein zu reden. So ganz konnte er sich aber nicht überzeugen. Auf dem Weg zur Hütte drehte er sich immer wieder nach allen Seiten um, doch bemerkte er nichts mehr.

In der Nacht träumte er wieder. Er sah ein Licht, genau so, wie abends am Stall. Nur diesmal verschwand es nicht, sonder führte ihn in den Wald.
In der Mitte des Waldes befand sich eine kleine Lichtung und diese Lichtung war erleuchtet, von mehreren sich bewegenden Lichtern. Als Balduin näher kam, sah er, dass es Elfen waren. Sie lachten und tanzten und nahmen Balduin an die Hand.
Nie hatte Balduin sich so leicht gefühlt. Alle Sorgen waren von ihm abgefallen und er tanzte ausgelassen mit ihnen. Später saß er an einen Baum gelehnt und schaute den Elfen zu.
Eine Elfe setzte sich ihm gegenüber und schaute ihm tief in die Augen. Obwohl sie ihre Lippen nicht bewegte, konnte er sie sprechen hören: „Wir wissen, warum du hier bist Balduin. Dein Herz hat dich bis zu uns geführt. Du suchst Hilfe, für deine Prinzessin. Aber das ist nicht alles! Deine Aufgabe ist viel größer.
Wir haben lange darauf gewartet, dass der richtige kommt und den Platz von Dragan einnimmt. Der Stein hat dich erwählt. Jetzt musst du dich der Aufgabe als würdig erweisen. Wir sehen aber immer noch Zweifel in deinem Herzen, die dem Erfolg deiner Aufgabe im Wege stehen. Gib diesen Zweifeln nicht nach. Höre auf dein Herz, nur so wirst du ans Ziel kommen.“
„Aber was für eine Aufgabe wartet denn auf mich? Ich will doch nur die Prinzessin retten!“ Fragte Balduin.
„Deine Aufgabe ist es, den Frieden zwischen den Drachen und den Menschen zu besiegeln. Nach dem schrecklichen Krieg wurde nie Frieden geschlossen. Die Drachen haben sich zurückgezogen und sind seit dem nicht wieder gesehen worden. Mittlerweile haben die Menschen vergessen, dass es sie überhaupt gibt. Doch es gibt sie noch. Wenn auch nicht mehr sehr viele.

Der Hass schwelt immer noch unter der Oberfläche. Die Gräueltaten, die ihnen angetan worden sind, wurden nicht verziehen. Die Drachen sind zwar sehr edle Wesen, aber auch sehr stolz und leicht zu erzürnen. Auch die Menschen sind nicht bereit, so einfach zu verzeihen. Leicht könnte wieder ein Krieg ausbrechen. Du bist der einzige, der das verhindern kann.“

Balduin schaute die Elfe entsetzt an: „Aber wie soll ich das denn machen. Und warum ausgerechnet ich? Ich bin der größte Feigling, den es in dieser Gegend gibt. Ich konnte mir nicht mal die Gruselgeschichten anhören, die die alte Nehle uns als Kinder immer erzählt hat. Ich bin absolut der Falsche!“
„Du hast den Weg zu uns gefunden, das hat in den letzten Jahren niemand geschafft. Außerdem hat der Stein dich erwählt und die Steine irren nie! Dein Herz wird dir sagen, was du zu tun hast. Vertraue ihm“
Bevor Balduin noch etwas erwidern konnte war die Elfe verschwunden und es war stockdunkel um ihn herum. Verwirrt bemerkte er, dass er nicht mehr an der alten Eiche lehnte, sondern in einem Bett lag. Er hatte also nur geträumt. Balduin wusste nicht, ob er sich freuen sollte oder ob er enttäuscht war. Das Gespräch, oder der Traum hatte ihn ganz schön aufgewühlt. Was sollte er nur davon halten. Am besten sprach er am Morgen mit Druidus darüber. Vielleicht konnte er ihm ja weiter helfen.

Entgegen seiner Erwartungen gelang es Balduin, schnell wieder ein zu schlafen. Doch seine Träume waren wirr und er konnte sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern. Nur der Erste Traum blieb ihm noch genau im Gedächtnis.
Schnell stand Balduin auf und sah Balduin sich nach dem Alten um, aber er konnte ihn im Haus nicht finden. Schließlich traf er ihn im Stall. Er füllte gerade den Wassertrog auf. Als er Balduin kommen sah, trat er aus dem Stall und begrüßte ihn: „Guten Morgen Herr Balduin. Habt ihr gut geschlafen.“
Etwas verlegen kratzte sich der Ritter den Kopf: „Ähhh, ja. Danke. Ich hatte allerdings einen merkwürdigen Traum.“ In knappen Worten schilderte Balduin dem Alten seinen Traum und schaute ihn erwartungsvoll an.
Eine Weile sagte Druidus nichts, dann nickte er und sprach: „Ja, ja, die Träume! Man sollte ihre Bedeutung nicht unterschätzen. Schon gar nicht, wenn sie von Elfen handeln.
Halte an deinem Vorhaben fest, die Prinzessin zu retten. Denke aber daran, dass die Drachen keine bösen Monster, sondern edle Wesen sind. Sie zu jagen, egal aus welchem Grund ist ein großes Unrecht und die Menschen hier in der Umgebung würden es bitter bereuen müssen. Es muss einen anderen Weg geben. Wenn die Elfen ihn dir nicht genannt haben, werden sie schon ihre Gründe dafür haben. Ich vermute, es ist eine Art Prüfung, die du zu bestehen hast. Sie vertrauen darauf, dass du es ohne ihre Hilfe schaffst. Vertraue auf die Weisheit der Elfen und die Macht des Steines. Mehr kann ich dir dazu auch nicht sagen.“

Nach dem Frühstück ging Balduin in den Wald. Es überraschte ihn nicht, dass er die Lichtung von letzter Nacht fand und setzte sich unter denselben Baum, unter dem er im Traum gesessen hatte. Mit geschlossenen Augen ging er noch mal die letzte Nacht durch. Hatte irgendetwas Wichtiges vergessen? Irgendeinen Wink, wie er weiter vorgehen sollte. Aber ihm viel nichts ein. Also zwang er sich auf zu stehen und zurück zu gehen. Es gab keinen Grund mehr, länger hier zu bleiben. Ganz im Gegenteil. Eine Aufgabe wartete auf ihn.
Nachdem Balduin den Proviant verstaut hatte verabschiedete er sich von Druidus und ritt los. Er lenkte Gundula um den Hain herum auf den Berg zu. Einige Zeit ritten sie am Fuße des Berges entlang. Es war fast Mittag als Balduin eine Spalte entdeckte. Er untersuchte sie und stellte fest, dass der Spalt für ein Pferd genau breit genug war und dahinter ein kleiner Pfad steil bergauf führte. Der weg war sehr steil und voller Geröll, so dass Gundula nur sehr langsam vorwärts kam. Einige Male musste Balduin absteigen und Steine aus dem Weg schaffen.
Drei Stunden später erreichten sie ein kleines Plato auf dem sie Rast machten. Balduin machte sich große Vorwürfe, dass er Gundula diesen steilen Weg zumutete. Aber ohne sie würde er Ewigkeiten brauchen, um oben an zu kommen.
Er war ganz in Gedanken versunken, als Gundula ihn sanft anstupste. „Häh. Was ist? Willst du etwa weiter?“ Gundula nickte mit dem Kopf und Balduin musste lachen. „Du bist das schlauste, treueste Pferd, das es gibt! Na gut, lass uns aufbrechen. Wir haben noch einen langen, steinigen Weg vor uns. Aber ab hier werde ich nicht mehr reiten, sondern vorweg gehen. Das dauert zwar etwas länger, aber für dich ist es nicht so anstrengend. Außerdem tut mir ein Bisschen Bewegung ganz gut.

So führte Balduin sein Pferd also weiter den Berg hoch. Sehr bald schon bereute er jedoch seine Entscheidung. Er war solche Anstrengungen nicht gewohnt und ihm lief der Schweiß in Strömen herunter. Sehnlichst wünschte Balduin sich eine etwas breitere Stelle herbei, auf dem sie sich ausruhen konnten.
Die Sonne begann schon unter zu gehen, da erreichten sie endlich ein Plato. Es war wesentlich kleiner als das erste, aber es reichte Balduin, um sich aus zu strecken und für sein treues Pferd war auch genug Platz.
Am nächsten Morgen erwachte Balduin mit steifen, Gliedern und schmerzenden Muskeln. Wäre der Liegeplatz nicht so verdammt unbequem gewesen, er hätte sich wieder hingelegt und weiter geschlafen. Doch so schnappte er sich schlecht gelaunt die Zügel und wollte los marschieren. Doch Gundula bewegte sich keinen Schritt. „Was ist los alte Dame? Wir müssen weiter?“ Fragte Balduin ungeduldig. Er zog erneut an Gundulas Zügeln, aber sie bewegte sich keinen Zentimeter.

Langsam wurde Balduin sauer. Er hatte doch schon genug Probleme, warum musste sie denn ausgerechnet jetzt bockig werden. Egal was Balduin auch machte, ob er mit Engelszungen auf sie einredete, oder ihr mit dem Schlachthof drohte. Gundula blieb stur.
Ratlos setzte Balduin sich auf einen Felsen und überlegte. Was sollte er machen. Alleine weiter gehen? Was würde dann aus Gundula werden? Gab es hier wilde Raubtiere, die ihr gefährlich werden könnten? Eher unwahrscheinlich. Was wenn sie abhauen würde? Er musste es riskieren.

„OK, du alter Sturkopf. Ich gehe ohne dich weiter. Das Zaumzeug nehme ich dir ab und das Heu lege ich dir hier hin. Teil es dir gut ein. Hier wächst nicht allzu viel Essbares für dich. Dort im Felsen ist eine Kuhle. Da schütte ich dir Wasser rein. Ich komme so schnell wieder wie ich kann. Drücke mir die Hufe, dass ich wieder komme.“
Balduin schlang seinem Pferd die Armen zum Abschied um den Hals schulterte seine Sachen und wanderte los.
Der Pfad wurde immer steiler und enger. Ein Pferd hätte hier unmöglich lang gehen können. „Wie konnte ich dir nur so unrecht tun. Aber Woher wusstest du, dass du nicht weiter kommen würdest? Du hättest den ganzen weg wieder rückwärts zurückgehen müssen. Und das bei diesem steilen Weg. Ich mag gar nicht daran denken.“
So in sein Selbstgespräch versunken stieg er weiter und weiter den Berg hoch. Bald war kein wirklicher Pfad mehr zu erkennen und er begann zu klettern. Erst gegen Mittag gönnte er sich eine Pause.
Nach einer kargen Mahlzeit massierte er sich seine schmerzenden Beine und schaute verzweifelt zur Bergspitze hoch.
Würde er jemals dort oben ankommen. Und wenn ja, würde er dort auch einen Drachen finden? Und was dann? Es waren einfach zu viele Fragen, die er nicht beantworten konnte. Am liebsten hätte er umgedreht und wäre auf dem schnellsten Wege nach Hause geritten. Aber irgendetwas trieb ihn an, weiter zu gehen. Also quälte er sich weiter nach oben. Schritt für Schritt. „Bloß nicht nach oben gucken. Immer nur an den nächsten Schritt denken und an die Prinzessin!“
Die Sonne war noch nicht untergegangen, da erreichte er eine kleine Höhle. Ohne zu zögern ließ er sich auf den Boden sinken, wickelte sich notdürftig in seine Decke und schlief sofort ein.

Der nächste Morgen war noch schlimmer, als der vorherige. Nur Mühsam und unter Schmerzen konnte er sich aufrichten und weiter bergauf klettern.
Er war noch nicht weit gekommen, da hörte Balduin ein Brüllen und einen markerschütternden Schrei. Er schaute nach unten, konnte aber nichts sehen. Da! Wieder! Es hörte sich an, wie ein angsterfülltes Wiehern. Oh Gott das war Gundula!
Verzweifelt versuchte er, etwas zu sehen, aber die Felsen verdeckten das Plato, auf dem er sein Pferd zurück gelassen hatte.
Es dauerte nicht lange, da sah er ihn. Ein riesiger Drache kam auf ihn zu geflogen. Seine Schuppen glänzten in der Sonne golden und aus seinem Maul kam ein großer Feuerstrahl.
Balduin war starr vor Angst. Dieses riesige Monster hatte sein Pferd gefressen und jetzt kam es, um auch ihn zu holen. Er schloss die Augen und wartete auf seinen Tod. Aber nichts geschah. Vorsichtig öffnete Balduin ein Auge, dann das andere. Der Drache war weg. Er musste über ihn hinweg geflogen sein. Vorsichtig sah er hinauf und dort saß er. Kein 100 Meter entfernt auf einem Vorsprung und schaute ins Tal herunter.

Balduin packte eine kalte Wut. Dieses Ungetüm hatte sein Pferd getötet. Seine beste Kameradin. Und jetzt saß er da und leckte sich genüsslich die Lippen. Ihm war klar, dass er nur eine minimale Chance hatte, aber er wollte sich an dem Drachen rächen. Niemand tötete ungestraft sein Pferd.
Angestachelt von dieser Wut kletterte er vorsichtig weiter. Sein Plan war, den Drachen von hinten an zu greifen. Dafür kletterte er in einem weiten Bogen um das Ungetüm herum. Wundersamer Weise gelang es ihm, vom Drachen unbemerkt bis zu ihm hinauf zu klettern.
Während des Aufstiegs hörte er immer wieder Stimmen in seinem Kopf, die ihn warnten, den Drachen nicht an zu greifen. Aber er überhörte sie.
Nun stand Balduin direkt hinter dem Untier und zog vorsichtig sein Schwert aus der Scheide. Wieder hörte er eine Stimme in seinem Kopf: „Folge deinem Herzen“ Für einen Moment war er versucht, der Stimme nach zu geben und in sich hinein zu horchen. Aber er ahnte, dass er es dann nicht mehr über sich bringen könnte, ein Wesen zu verletzen, geschweige denn zu töten.

Also verschloss er sein Herz, holte aus und… In dem Moment wo er zuschlagen wollte. Peitschte der Schwanz des Drachen auf den Ritter nieder und schleuderte ihn gegen den Felsen. Sein Schwert flog im hohen Bogen davon und er war völlig schutzlos dem riesigen Drachen ausgeliefert. Noch während Balduin flog. Drehte sich der Drache um und war mit einem Satz über ihn.
Ein grausiger Laut kam aus der Kehle des Drachen. Es war das gleiche Brüllen, das Balduin vorhin gehört hatte, nur viel lauter.
Der Drache hob den Kopf, atmete tief ein und Balduin war klar, dass das Ungetüm gleich Feuer spucken und ihn bei lebendigem Leibe rösten würde.
„Nein, Bitte nicht!“ Rief der Ritter aus Leibeskräften. Nicht das er wirklich glaubte, es würde etwas nützen, aber tatsächlich der Drache hielt erstaunt inne.
Er hatte vor lauter Verwunderung ganz vergessen, dass seine Lungen voller Luft waren und er verschluckte sich. Um die aufgestaute Luft los zu werden bäumte er sich erneut auf und hustete kräftig. Ein heißer Feuerschwall fuhr direkt neben Balduin in den Felsen und ließ ihn schmelzen….

(Fortsetzung folgt)

Eure Yona ♥

Das ganz besondere Geschenk – nicht nur zu Weihnachten

Hallo Ihr Lieben,

habt ihr den Nikolaustag und den ersten Advent genossen? Die Adventsstimmung hat uns so langsam alle erfasst und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest macht sich bemerkbar.

Falls ihr noch auf der Suche nach einer zündenden Idee seid, einen Impuls benötigt oder sogar schon ein kreativer Gedanke in euch reift, hier ein Video über die Entstehung einer Auftragsarbeit:

Wollt ihr jemandem ein ganz persönliches Geschenk machen mit einem individuellen Bild ganz nach euren Vorgaben? Oder wolltet ihr schon immer mal ein Seelenbild für euch selber haben? Vielleicht braucht ihr noch ein besonders ausgefallenes Logo/Signet für euer Unternehmen oder eine tolle Erinnerung an euer Haustier. Schreibt mir einfach, was euch vorschwebt, und ich schaue, was ich umsetzen kann.

Ich freue mich auf eure Nachrichten.

Eure Yona ♥